Nachruf der Stolpersteingruppe auf Reiner Schmitt

 


 

Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück;

Es kommt nicht darauf an, wie lang es war, sondern wie bunt.


 

 


Die Stolpersteingruppe Guntersblum trauert um Ortsbürgermeister Reiner Schmitt, der plötzlich und unerwartet im Alter von 65 Jahren verstorben ist.

Reiner Schmitt hat das Erinnern an die Guntersblumer Opfer des Nationalsozialismus zu seinem persönlichen Anliegen gemacht. Ihre Schicksale haben ihn berührt. Auf seine Anregung hin wurde die Stolpersteingruppe Guntersblum gegründet. Nur selten ging bisher in Deutschland der Gedanke der Stolpersteinverlegung von Ortsbürgermeistern oder Gemeindeparlamenten aus. In der Regel kam die Initiative "von unten". Reiner Schmitt hat die Gruppe immer aktiv unterstützt und ihr Impulse gegeben.

Wer nach Guntersblum reiste auf den Spuren seiner jüdischen Vorfahren, den führte der erste Weg stets in das Rathaus: diese Besucher als Bürgermeister willkommen zu heißen, war ihm besonders wichtig. Der Verstorbene bestand darauf, dass sich unsere jüdischen Gäste in das Goldene Buch der Gemeinde eingetragen haben. Einige haben zusätzlich zu ihrer Unterschrift noch Worte des Danks zurückgelassen und haben so bestätigt, dass Ortsbürgermeister Schmitt mit seinen Bemühungen um die verschiedenen Formen der Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus auf dem richtigen Weg war.

Die Neuauflage des Buches die "Jüdische Gemeinde Guntersblum" verdanken wir ihm als Bürgermeister und Vorsitzendem des Kulturvereins. In seiner Rede zur Verlegung der Stolpersteine 2011 hatte er von "Mahnung" gesprochen: "Mahnung, alles dafür zu tun, dass alle Menschen gleich geachtet sind, egal welchen Geschlechts, egal welcher Herkunft sie sind oder welche Religion sie ausüben." So sehen wir Reiner Schmitts Worte auch als Aufgabe, die Arbeit der Gruppe in seinem Sinne weiterzuführen.

In stiller Trauer
Die Stolpersteingruppe Guntersblum

   
© Stolpersteingruppe Guntersblum