Gäste aus Luxemburg

Nachfahren der jüdischen Familie Schack
zu Besuch in Guntersblum

23. November 2017

 

Die Stolpersteingruppe Guntersblum konnte letzte Woche die Nachkommen der jüdischen Familie Schack in Guntersblum begrüßen. Aus Luxemburg angereist waren Freddy Schack und seine Schwester Silvie Quintus.

 

Die beiden Geschwister beabsichtigten, sich den Stolperstein für ihre Großtante Johanna Grünewald, geb. Schack in der Bleichstraße 8 anzusehen und die Gräber auf dem jüdischen Friedhof ihres Urgroßvaters Emanuel Schack, ihres Großvaters Friedrich (Fritz) Schack und seiner Ehefrau Helene, geb. Kohlmann, sowie das Grab von Isidor Grünewald, dem Ehemann ihrer Großtante Johanna und deren Tochter Katharina zu besuchen.

 

Nach der Begrüßung der Besucher durch Mitglieder der Stolpersteingruppe und einer kleinen Erfrischung hießen auch die Ortsbürgermeisterin Claudia Bläsius-Wirth, sowie der 1.Beigeordnete Werner Willius die Gäste willkommen. Dieter Michaelis hatte einen Stammbaum der Familie Schack zusammengestellt, der nun eingehend besprochen wurde. Danach trugen sich die Besucher in das Goldene Buch der Ortsgemeinde ein.

 

Anschließend begaben sich die Gäste, begleitet von Melitta Bender und Fred Trumpler, auf ihren Rundgang durch Guntersblum:  zu dem Stolperstein von Johanna Grünewald und deren Schwager Adolf Grünewald, zu der Gedenktafel an der ehemaligen jüdischen Schule in der Viehgasse, vorbei am Stolperstein von David Monat in der Mittelstraße, welcher zusammen mit den beiden Grünewalds am  24.05.1942 via Darmstadt in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde, weiter zu der Dauerausstellung am ehemaligen Geschäft ihrer Großtante Wilhelmine (Minna) Erlanger (Hauptstraße 37) und vorbei an weiteren Stolpersteinen, sowie zum Kauf des Buches von Dieter Michaelis „Die jüdische Gemeinde Guntersblum“ im Geschäft C. Scholz und schließlich zum jüdischen Friedhof.

 

Auf dem Rückweg durch den Kellerweg, einem kurzen Halt an den Stolpersteinen von Albert und Marie Vogel, sowie der Erläuterung derer Schicksal bzw. derer im Jahr 1939 mit Kindertransporten nach England in Sicherheit gebrachten drei Kinder, führte der Weg in die evangelische Kirche und zurück zum Rathaus.

 

Nach einem kleinen Imbiss und erfrischenden Getränken wurde der Gedankenaustausch weitergeführt. Abschließend konnten den Besuchern zur Ergänzung ihrer Familiendokumentation noch Kopien von Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden der Familie Schack überreicht werden.

 

Herr Schack und seine Schwester Frau Quintus bedankten sich für den interessanten und für sie sehr bewegenden Tag in Guntersblum bei der Stolpersteingruppe und für ihre Arbeit gegen das Vergessen, sowie bei der Gemeinde für den herzlichen Empfang. Nach der Verabschiedung der Gäste und einem letzten, kurzen Besuch des Grabes ihrer Großeltern begaben sie sich auf ihre Heimreise nach Luxemburg.

 


23. November 2017

Frau Silvia Quintus und Herr Freddy Schack tragen sich ein ins Golden Buch der Gemeinde Guntersblum

 

 

 

   
© Stolpersteingruppe Guntersblum