Stolpersteingruppe Guntersblum veranstaltete

 Stolpersteinführung für Fünftklässler

 

16. Oktober 2026, 14 Uhr

 

Die traditionelle Stolpersteinführung für die Viertklässler der Guntersblumer Grundschule unmittelbar vor den Sommerferien musste in diesem Jahr wegen der extremen Hitze leider ausfallen. Als Ersatz bot die Stolpersteingruppe Guntersblum während der Herbstferien eine Führung für die inzwischen Fünftklässler an.

Am 16. Oktober trafen sich Vertreter der Stolpersteingruppe mit interessierten Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern im evangelischen Gemeindehaus. In einem etwa 30-minütigen Mini-Workshop wurden den jungen Menschen die Ereignisse während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland und Guntersblum altersgerecht erläutert. Auch die Beweggründe für die heutige Gedenkarbeit wurden angesprochen.

Anschließend begab sich die Gruppe auf einen Rundgang durch den Ort. Alle Teilnehmenden erhielten ein Arbeitsblatt mit einem Lückentext, den sie im Laufe der Führung ausfüllen sollten.

Die erste Station war die Gedenktafel am Rathaus. Sie erinnert an den sogenannten Schandmarsch vom 10. November 1938 und beschreibt kurz die damaligen Ereignisse.

Danach besuchte die Gruppe den Stolperstein in der Grabenstraße, der an ein Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde erinnert. Der Mensch wurde im Rahmen der sogenannten T4-Aktion ermordet.

Ein weiterer Halt erfolgte in der Julianenstraße an den Stolpersteinen für das jüdische Ehepaar Albert und Marie Vogel. Ihre drei Töchter wurden nach England in Sicherheit gebracht. Am Mainzer Bahnhof verabschiedeten sie sich von ihren Eltern – ohne sie jemals wiederzusehen. Albert und Marie Vogel wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und ermordet. Ihre Töchter überlebten.

Die letzte Station war der jüdische Friedhof am Ortsrand von Guntersblum. Dort besuchte die Gruppe sowohl das älteste Grab des Friedhofs als auch das Grab der letzten Person, die nach jüdischem Ritus in Guntersblum beigesetzt wurde.

Die Führung stieß bei den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern auf reges Interesse. Die Stolpersteingruppe konnte damit ihre Arbeit gegen das Vergessen vermitteln und einen Beitrag dazu leisten, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus auch bei der jüngeren Generation wachzuhalten.


 

           

 

               

 

           

 

    

 

 

 


 

 

 

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