Weitere Schicksale von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger,
welche in Guntersblum geboren wurden,
ihren Geburtsort vor 1933 freiwillig verlassen hatten
und dem Holocaust zum Opfer fielen

 

Übersicht, bitte den gewünschten Namen anklicken 

Benjamin, Bertha, geb. Guthmann
Bergheimer, Elisabethe, geb. Heumann
Eisenmann, Helene (Friederike), geb. Vogel
Gabriel, Amanda (Manda), geb. Mann
Haas, Emanuel
Haas, Erna
Haas, Rudolph Jakob
Haas, Salomon (Sally)
Koch, Clara, geb. Haas
Kohlmann, Emilie, geb. Mayer
Lichtenstein, Elisabetha (Betty, Beda), geb. Mann
Loeb, Paula (Paulina), geb. Heumann
Mayer, Hugo
Metzger, Martha, geb. Mayer
Michel, Friederike, geb. Mayer
Reinheimer, Frieda, geb. Wolf
Reinheimer, Töchter von Leopold & Frieda:   Paula, und Hilda
Simon, Eugenie (Eugenia), geb. Liebmann
Stolzenberg, Elfriede, geb. Leopold
Stolzenberg, Familienmitglieder der Elfriede, geb. Leopold

 

 

Benjamin, Bertha, geb. Guthmann / Eltern: Jacob Guthmann und Henriette, geb. Loeb
* 20.05.1865 in Guntersblum, Zwerggasse 1 (jetzt Mittelstr. 8) / Standesamtsregister 29/1865, wohnhaft in Regensburg, Deportation in das Ghetto Theresienstadt am 23.09.1942, dort ermordet am 09.10.1942, für tot erklärt (TE) 31.12.1945, Sonderstandesamt Bad Arolsen Abt. I / 967/1959.

Ergänzung durch das Stadtarchiv Regensburg: Frau Benjamin wohnte bereits am 11.11.1938 in Regensburg bei ihrer Tochter Frieda Koller in der Roritzestraße 10a, danach bis zur Deportation in einem Judenhaus in der Gesandtnerstraße 10. Für sie wurde in Regensburg ein Stolperstein verlegt.

(Stand: Dezember 2020)

 

 

Bergheimer, Elisabethe, geb. Heumann / Eltern: Salomon Heumann u. Karoline, geb. Hertz

* 15.11.1868 in Guntersblum, Hauptstr. 51 / Standesamtsregister 62/1868, wohnhaft in Frankfurt, Umzug vor 1939, Deportation in das Ghetto Riga bzw. Ghetto Kowno, dort ermordet am 25.11.1941.

Ergänzung am 25.01.2011 durch das Archiv des jüdischen Museums Frankfurt:
Heirat mit dem Kaufmann und Weinkommissionär Jakob (Jacob) Bergheimer (* 11.06.1868 in Diersburg/ Baden), 1899 Geburt einer Tochter in Zürich (Schweiz), zwei Töchter die im Exil in den USA und Großbritannien leben.

Letzte Frankfurter Adresse Wöhlerstraße 8 (Jüdisches Altersheim), vermutlich ein sog. Judenhaus, Deportation am 22.11.1941 im Alter von 63 Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Jakob von Frankfurt in das Ghetto Riga. Wegen Überfüllung des dortigen Ghettos wurde der Transport in das Ghetto Kowno umgeleitet, wo die aus Frankfurt Verschleppten, darunter wahrscheinlich auch die Eheleute Bergheimer, am 25.11.1941 ausnahmslos ermordet wurden. Elisabeth Bergheimer und ihr Ehemann wurden zum 30.11.1941 für tot erklärt.

(Stand: Dezember 2020)

 

Eisenmann, Helene (Friederike), geb. Vogel / Eltern: Salomon Vogel u. Clara, geb. Hertz

* 08.11.1890 in Guntersblum / Standesamtsregister 59/1890, sie ist die Schwester von Albert Leopold Vogel, Heirat mit Heinrich Eisenmann, * 25. März 1886 in Nördlingen, dem Bruder von Marie Eisenmann verh. Vogel. Das Ehepaar Eisenmann war wohnhaft in Nördlingen. Sie wurde am 03.04.1942 zusammen mit Ehemann Heinrich von München in das Ghetto Piaski deportiert, beide dort ermordet.

Ergänzung durch Herrn Rolf Hofmann, Nördlingen:

Frau Helene Eisenmann geb. Vogel, Heirat 1920 in Mainz, Geburt Ihrer Kinder Anneliese am 14.09.1921 und Günter David am 28.02.1927 in Nördlingen. Tochter Anneliese konnte 1939 in die USA fliehen. Heinrich Eisenmann und Helene Eisenmann wurden im Ghetto Piaski und ihr Sohn Günther Eisenmann am 11.09.1942 im KZ Majdanek ermordet. Für sie sind in Nördlingen, Bergerstr. 2, Stolpersteine verlegt.

(Stand: Dezember 2020)

 

 

Gabriel, Amanda (Manda), geb. Mann / Eltern: Joseph Mann u. Amalia, geb. David (2. Ehefrau)

* 12.12.1873 in Guntersblum, Julianenstraße 378 (jetzt Julianenstraße 19) / Standesamtsregister 85/1873. Heirat mit Cousin Emil Gabriel, * 13.05.1865 aus Gimbsheim, Volksschul- und jüdischer Religionslehrer. Das Ehepaar lebte in Offenbach/M., Geburt von Tochter Alice am 16.03.1899. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 1924 zog Amanda am 11.05.1927 zu Ihrer Tochter Alice, Schwiegersohn Max Liffmann, * 05.11.1898 und Enkel Kurt Emil * 1919 nach Düsseldorf. Der Familie Liffmann gelang die Flucht nach Manchester/England und von dort im Juni 1940 in die USA. Max Liffmann verstarb am 27.07.1971, Alice am 21.02.1994 im Alter von 94 Jahren (Quelle: „Die Juden vom Altrhein“, Seite 296). Amanda Gabriel wurde am 21.07.1942 in das Ghetto Theresienstadt und von dort am 21.09.1942 nach Treblinka deportiert, dort ermordet. Für tot erklärt am 31.12.1945, Amtsgericht Düsseldorf, Aktenzeichen
42/II/575/57.

Ergänzung am 27.01.2011, Stadtarchiv Düsseldorf: Als Witwe von Emil Gabriel am 11.05.1927 von Offenbach nach Düsseldorf, Hüttenstraße 48 verzogen. Heiratsdatum und etwaige Kinder sind in der Meldekarte nicht verzeichnet.

(Stand: Dezember 2020)

 

 

Haas, Emanuel / Eltern: Jacob Haas u. Amalia, geb. Liebmann

* 01.05.1874 in Guntersblum, Alsheimer Str. / Standesamtsregister 22/1874., wohnhaft in Mainz, Schießgartenstraße, Deportation am 27.09.1942 über Darmstadt in das Ghetto Theresienstadt, am 18.05.1944 nach Auschwitz, dort ermordet. Für tot erklärt am 31.12.1945, Aktenzeichen: MZ4II/19/52 und 10495/1953.

Quelle:  https://www.geni.com/family-tree/index/6000000122464979831

Ergänzung Info Stadtarchiv Mainz: Emanuel Haas war bereits vor 1933 in Mainz wohnhaft.

(Stand: Dezember 2020)

 

 

Haas, Erna / Eltern: Emanuel Haas u. Hermina, geb. Bodenheimer
*02.12.1906 in Guntersblum / Standesamtsregister 77/1906. Wohnhaft in Mainz, Deportation in das Ghetto Piaski am 25.03.1942, dort ermordet.

Ergänzung Info Stadtarchiv Mainz: Erna Haas, Tochter des Emanuel Haas, war bereits vor 1933 in Mainz wohnhaft.
(Stand: Dezember 2020)

 

 

Haas, Rudolph Jakob  / Eltern: Emanuel Haas u. Hermina, geb. Bodenheimer
*06.02.1910 in Guntersblum / Standesamtsregister 12/1910, Heirat in Mainz 1936 / Standesamtsregister Nr. 37, wohnhaft in Mainz, Deportation in das Ghetto Piaski am 25.03.1942, dort ermordet.

Ergänzung Info Stadtarchiv Mainz: Rudolph Jakob Haas, Sohn des Emanuel Haas, war bereits vor 1933 in Mainz wohnhaft.
(Stand: Dezember 2020)

 

 

 

Haas, Salomon (Sally) / Eltern: Jacob Haas u. Amalia, geb. Liebmann
*26.03.1879 in Guntersblum / Standesamtsregister 15/1879. Wohnhaft in Mainz, Schießgartenstraße, Deportation am 27.09.1942 nach Theresienstadt, dort ermordet am 02.05.1943, Standesamt Bad Arolsen Abt. I/1355/1989.

Ergänzung gem. Info Stadtarchiv Mainz: Salomon Haas war bereits vor 1933 in Mainz wohnhaft.
(Stand: Dezember 2020)

 

 Koch, Clara geb. Haas / Eltern: Jakob Haas und Amalie geb. Liebmann
* 13.08.1877 in Guntersblum / Standesamtsregister 48/1877, wohnhaft in Mainz, Schießgartenstraße 9, Deportation über Darmstadt in das Ghetto Theresienstadt am 27.09.1942, dort ermordet am 17.04.1944, Todeserklärung (TE) Standesamt Bad Arolsen S 513/2010.

Ergänzung Info Stadtarchiv Mainz: Frau Klara Koch war lt. Deportationsliste verwitwet. Zur endgültigen Klärung ist der Name des verstorbenen Ehemannes als Haushaltsvorstand erforderlich.
(Stand: Dezember 2020)

 

 

 

Kohlmann, Emilie, geb. Mayer / Eltern: Adolph Mayer u. Franziska geb. Hirsch
*25.03.1890 in Guntersblum, wohnhaft in Niederheimbach, Deportation 1942, Ort unbekannt, ermordet.

Ergänzung gem. Info von Frau S. Borlinghaus, Norheim, Westdeutsche Gesellschaft für Familienforschung (WGfF):

Frau Emilie Kohlmann geb. Mayer und Herr Max Kohlmann (* 11.03.1886) aus Niederheimbach haben am 20.02.1913 in Guntersblum geheiratet. Ihre Tochter Bella wurde am 11.11.1913 in Niederheimbach geboren. Laut Meldekarte sind alle drei am 26.07.1942 „ausgewandert“. Tochter Bella hat durch Flucht in die USA überlebt.
(Stand Dezember 2020)

 

 

Lichtenstein, Elisabetha (Betty, Beda) geb. Mann /Eltern: David Mann u. Johanna geb. Mayer
* 03.09.1897 in Guntersblum, wohnhaft in Düsseldorf, mit Ehemann Erwin am 10.11.1941 in das Ghetto Minsk deportiert, dort ermordet, TE 31.12.1945, Düsseldorf, AZ 42/II 576/57

Ergänzung am 27.01.2011, Stadtarchiv Düsseldorf: Elisabetha (Betty) Lichtenstein, geb. Mann ist am 25.08.1927 mit ihrem Ehemann Erwin Lichtenstein, * 15.05.1890 in Hagen /Westf., Metzger, von Guntersblum nach Düsseldorf, Birkenstr. 85 verzogen. In der Familienmeldekarte sind keine Kinder verzeichnet.
(Stand Dezember2020)

 

 

Loeb, Paula (Paulina), geb. Heumann / Eltern: Salomon Heumann u. Karoline geb. Hertz
*08.08.1870 in Guntersblum, Hauptstr. 51 / Standesamtsregister 39/1870, Standesamt-Register 1/39 Giessen, Schwester von Elisabethe Bergheimer, geb. Heumann.

Ergänzung am 08.11.2013, PPS Präsentation Weidigschule Butzbach und Museum Butzbach:

Paula Heumann heiratet am 15.10.1899 in Guntersblum den Uhrmacher Hermann Löb (*16.03.1874 in Wohnbach) aus Butzbach und verzog nach dort. Gemeinsam mit ihrem Mann betrieb sie bis 1938 ein Uhren- und Schmuckgeschäft in der Griedelerstr. 9 in Butzbach. Am 10.11.1938 wurde sie während des Pogroms von SA-Männem schwer misshandelt und verstarb am 31.12.1938 an den Folgen dieser Verletzungen in der Universitätsklinik in Gießen.

Hermann Löb wurde im November 1938 in das KZ Buchenwald deportiert. Nach seiner Freilassung zog er am 17.01.1939 zur gemeinsamen Tochter Charlotte in die Meßtorstr. 11 nach Berlin-Halensee. Nachdem Tochter Charlotte mit ihrem Ehemann Ende 1939 in die USA fliehen konnte war Hermann im Jahr 1940 noch einmal zum Verkauf seines Hauses in Butzbach. Im Januar 1943 wurde er in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Er überlebte das Ghetto und wanderte 1945 gemeinsam mit seinem ehem. Nachbarn und jetzigen US-Bürger Dr. Julius Kratz in die USA aus. Hermann Löb verstarb am 23. März 1948 in Wyoming USA.
(Stand Dezember 2020)

 

 

Mayer, Hugo / Eltern: Aaron Mayer II. und Babette, geb. Heumann
* 16.11.1863 in Guntersblum, Hugo Mayer war wohnhaft in Ludwigshafen, Deportation nach Gurs am 22.10.1940, ermordet am 19.12.1941 im Camp Récébédou, in einem Stadtviertel von Portet-sur-Garonne, einer Kleinstadt mit 9600 Einwohnern, südlich von Toulouse. Laut Gedenkbuch wurde seine Ehefrau Hedwig im Jahr 1942 aus dem Internierungslager Gurs an einen unbekannten Ort deportiert und ermordet.

Ergänzung lt. Info Stadtarchiv Ludwigshafen: Herr Hugo Mayer war bereits im Jahr 1912 in der Steuerliste der jüdischen Gemeinde verzeichnet, er war Bäckermeister in der Bismarckstr. 54a (Innenstadt) und wurde, wie alle Ludwigshafener Juden, am 01.01.1939 erfasst und als Nr. 274 „gelistet“. In erster Ehe war Hugo Mayer verheiratet mit Mathilde Gimbel, * 23.02.1862 in Biedesheim (Pfalz), † 12.01.1913 in Ludwigshafen – drei Kinder: Otto (* 1890), Albert (* und † 1891) und Barbara (* 1894).

In zweiter Ehe war er verheiratet mit Hedwig (Hede) Danziger, * 19.08.1884 in Lodz, gemeinsames Kind Heinz, * 10.07.1918. Das Ehepaar wurde am 22.10.1940 nach Gurs deportiert. In der vorliegenden Deportationsliste für den Transport nach Gurs vom 22.10.1940 ist Hugo Mayer als Nr. 157 „gelistet“. Als Nr. 156 ist darin seine zweite Frau Hedwig Mayer, geb. Danziger, * 19.08.1884 in Lodz aufgeführt, zum Zeitpunkt der Deportation auch wohnhaft in der Schützenstraße 44.

Für die beiden Opfer sind bis dato in Ludwigshafen noch keine Stolpersteine
verlegt. Stand 04/2020.

Die Informationen stammen aus: Jüdische Einwohner in Ludwigshafen, Stadtarchiv Ludwigshafen, Stand 2012 sowie von einer Auskunft aus 2018 von www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de
(Stand Dezember 2020)

 

 

Metzger Martha, geb. Mayer / Eltern: Adolph Mayer u. Franziska geb. Hirsch
*20.02.1892 in Guntersblum, wohnhaft in Mainz, Deportation in das Ghetto Piaski am 25.03.1942, dort ermordet

Ergänzung lt. Info Stadtarchiv Mainz: Frau Martha Metzger, lt. Deportationsliste von 1942 wahrscheinlich die Ehefrau des Herrn David Metzger,  war bereits vor 1933 in Mainz wohnhaft.
(Stand Dezember 2020)

 

 

Michel, Friederike, geb. Mayer / Eltern: A(a)ron Mayer II. u. Babette geb. Heumann
*30.08.1861 in Guntersblum, Oppenheimer Torgasse 11 / Standesamtsregister 42/1861, wohnhaft in Bacharach, Deportation in da Ghetto Theresienstadt am 27.07.1942, dort ermordet am 09.08.1942, Standesamt Arolsen Abt. I 1331/1980

Ergänzung gem. Info von Frau S. Borlinghaus, Norheim, WGfF : Vor der Deportation wohnhaft in Bacharach, Rosengasse 14. Umzug wahrscheinlich vor 1933. Weitere Informationen liegen im Melderegister leider nicht vor.
(Stand Dezember 2020)

 

 

Reinheimer, Frieda, geb. Wolf / Eltern: Hermann Wolf u. Betty geb. Fuchs
*19.01.1874 in Guntersblum, Hauptstr. 47 / Standesamtsregister 05/1874, wohnhaft in Worms, Deportation in das Ghetto Theresienstadt am 27.09.1942, dann Auschwitz am 16.05.1944, dort ermordet. Für tot erklärt (TE) 31.12.1945, Gaugericht (GG) Worms.

Ergänzung durch das Stadtarchiv Worms am 01.02.2011: Frau Frieda Wolf heiratete den Viehhändler Leopold Reinheimer, * 12.05.1860 aus Worms, Gymnasiumstraße 6, welcher am 27.06.1933 in Worms verstarb. Schwere Verwüstungen während der Pogromnacht am 10.11.1938 im Haus Gymnasiumstraße 6. In diesem Zusammenhang wurde Schwiegersohn Paul Kristeller vorübergehend in das KZ Buchenwald verbracht.
(Stand Dezember 2020)

 

Töchter von Leopold & Frieda Reinheimer
Paula
, *06.05.1897 in Worms, gest. 28.02.1919 in Worms,
Hilda, *15.04.1899 in Worms, verheiratet seit 1922 mit Paul Kristeller, Worms, Goethestr. 10, Kinder Hermann und Kurt nach USA bzw. England emigriert.
Frieda Reinheimer und das Ehepaar Kristeller mussten 1941 ihr Haus in der Gymnasiumstr. 6 verlassen und in die Hintere Judengasse 2 umziehen. Tochter und Schwiegersohn wurden bereits am 20.03.1942, bzw. 25.03.1942 von Darmstadt in das Ghetto Piaski deportiert. Paul wurde später in das Vernichtungslager Belzec verbracht. Beide wurden ermordet. Für Frieda Reinheimer und das Ehepaar Kristeller wurden 2006 in Worms Stolpersteine verlegt.
(Stand Dezember 2020)

 

 

Simon, Eugenie (Eugenia), geb. Liebmann /Eltern: Salomon Liebmann u. Johanna geb. Lehmann
*09.05.1876 in Guntersblum / Standesamtsregister 27/1876. Wohnhaft in Frankfurt/M, deportiert in das Ghetto Kowno, Fort IX am 22.11.1941, dort ermordet am 25.11.1941.

Ergänzung durch das Archiv des jüdischen Museums Frankfurt am 25.01.2011:
Eugenie besuchte bis zu ihrem 15. Lebensjahr die Volksschule in Guntersblum. Heirat am 08.10.1897 in Frankfurt mit Louis Simon. Nach der Heirat arbeitet sie im Geschäft des Ehemannes „Alfenide und Silberwaren“ in der Kaiserstraße 4, zuletzt als Prokuristin. Für diese Tätigkeit erlernte sie eigens die englische Sprache. Ab 1936 war sie Teilhaberin. Ehemann Kaufmann Louis Simon, * 05.10.1860 in Offenbach, verstarb am 15.11.1939 in Frankfurt. Ihre Frankfurter Adressen: Eckenheimer Landstraße 143 und zuletzt gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter im Bäckerweg 28/III.

Von dort wurde Eugenie Simon am 22.11.1941 im Alter von 65 Jahren zusammen mit der Schwiegertochter und deren Eltern in das Ghetto Riga deportiert. Wegen Überfüllung des dortigen Ghettos wurde der Transport in das Ghetto Kowno umgeleitet, wo die Frankfurter Verschleppten, darunter wahrscheinlich auch Eugenie Simon und ihre Angehörigen, am 25.11.1941 ausnahmslos ermordet wurden.

Die 1898 in Frankfurt geborene Tochter emigrierte nach Argentinien. Dem Sohn gelang 1938 ebenfalls die Flucht in das südamerikanische Exil.
(Stand Dezember 2020)

 

 

Stolzenberg, Elfriede, geb. Leopold / Eltern: Jakob Leopold u. Friederike, geb. Möllrich
*10.07.1911 in Guntersblum, wohnhaft in Ingolstadt, Berlin, Amsterdam und Nijmegen (NL). Internierung in Westerbork, Deportation am 18.05.1943 nach Sobibor, dort am 21.05.1943 ermordet. Frau Stolzenberg ist aufgrund der Erkenntnisse aus dem Gedenkbuch des Bundesarchives aus dem Jahr 1997 als Guntersblumerin auf der Gedenktafel in der Viehgasse 1 verzeichnet.

Ergänzung durch das Stadtarchiv Ingolstadt und das Joods-Monument, Niederlande:
Im Jahr 1912 Zuzug der Familie des Kantors Jakob Leopold mit Ehefrau und 5 Kindern aus Guntersblum in Ingolstadt. Elfriede Leopold heiratete in Berlin Leo Stolzenberg, * 06.06.1907 in Guttstadt / Ostpreußen, floh mit ihm mit einem Acht-Tage-Visum für die Hochzeitsreise nach Holland und gebar am 03.11.1938 in Amsterdam ihre Tochter Renate. Bei der Besetzung Hollands durch die Deutschen wurde die Familie von ihrer Wohnung in Nijmegen, Hugo de Grootstraat 33, in das Lager Westerbork und von dort am 18.05.1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. Nach Ankunft wurden sie dort am 21.05.1943 ermordet.

Ihre Mutter Friederike „Rickchen“ verstarb 1937 in Ingolstadt.

Ihr Vater Jakob, * 1887, war als Kantor der jüdischen Gemeinde und engagierter Sozialdemokrat schon ab Mitte der 20er Jahre Zielscheibe der Nationalsozialisten. Im Jahre 1933 wurde er im KZ Dachau inhaftiert. Nach seiner Freilassung und dem Tod seiner Ehefrau im Jahr 1937 zog er nach Berlin um. Dort verstarb er im Jahr 1939 nach einer Erkrankung mangels medizinischer Versorgung.

Schwester Martha (Marlene), * 1906 überlebte mit ihrem Mann Max im Berliner Untergrund, die einzige Tochter Marion, * 27.10.1927, wurde in Berlin von der Gestapo auf der Straße aufgegriffen, am 28. Juni 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Marlene und Max wanderten nach der Befreiung in die USA aus.

Schwester Ilse, * 1907, war 1932/33 in Berlin beim Film tätig, Fotos zeigen sie bei einem Silvesterball mit Heinz Rühmann und dem bekannten Flieger Ernst Udet. 1938 floh sie nach Buenos Aires. Dort verstarb sie 1987.

 

Bruder Maximilian (Max), * 1908, 3 Jahre Haft in Dachau, Entlassung Weihnachten 1935, Flucht nach Kapstadt, lebte ab 1949 in New York und ab 1952 als Textilfabrikant in Florida.

 

Schwester Selma (Uschi), * 17.01.1910 in Guntersblum, wohnhaft in Berlin und Hannover, 1933 in Haft wegen angeblichen Devisenschmuggels, Flucht mit Unterstützung eines Jugendfreundes aus Ingolstadt, welcher Mitglied der SS war, durch halb Westeuropa – das Saargebiet, Frankreich, Belgien, England und wegen fehlenden Visums zurück nach Holland. Wenige Tage vor der Besetzung Hollands gelang ihr die Flucht nach Argentinien. Sie heiratete in Buenos Aires den Berliner Emigranten Günther Rubens. Ihr Sohn Dr. Miguel Rubens arbeitete in Buenos Aires als angesehener Herzchirurg.


Bruder Ludwig (Lutz), * 1913 in Ingolstadt, wohnhaft in Berlin, überlebte Verfolgung und Krieg im dortigen Untergrund. Geriet nach Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft und erst nach Jahren in Sibirien glaubte man ihm seine jüdische Identität. Nach seiner Entlassung wanderte er 1952 nach New York aus und verstarb dort 1997.

 

 

 

   
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